2012 – Kreise, Kreise, Kreise
31. Dezember 2011Zum Jahreswechsel eine Rückbesinnung auf’s ewige Werden und Vergehen: die Nahrungskette der Bohnenwelt mit Untermalung von They Might Be Giants.
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Zum Jahreswechsel eine Rückbesinnung auf’s ewige Werden und Vergehen: die Nahrungskette der Bohnenwelt mit Untermalung von They Might Be Giants.
Aftershock – Artists Respond to Disaster in Japan ist eine von dem in Japan lebenden U.S.-Comiczeichner Adam Pasion initiierte Comic-Anthologie, zu der auch ich etwas beigesteuert habe.
100% der Einnahmen gehen an Hilfsorganisationen wie das japanische Rote Kreuz oder Save the Children, die den Wiederaufbau in Tohoku unterstützen.
A global response to the combined disasters of the tsunami, earthquake and nuclear meltdown that occured in Japan in March, 2011. Over 35 contributors from 5 continents including Jeffrey Brown, Noah Van Sciver, Carrie McNinch and Ben Snakepit share their thoughts and feelings about Japan.
Aftershock ist als Buch oder Kindle-Version erhältlich.

In diesen Tagen wird das deutsche Lettering der im Frühjahr 2012 bei Ventil erscheinenden BOHNENWELT-Comics von Larry Marder fertiggestellt.
Oben: eine Original-Doppelseite von Marder, unten die deutsche Übersetzung von mir und der Lyrikerin Daniela Seel.

Mit einem Abschlussevent im japanischen Kyoto ist an diesem Wochenende das Projekt Nichimandoku fertiggestellt worden.
Auf dem Programm standen ein Vortrag vor Manga-Studenten der Kyoto Seika University, ein Gallery Talk im Rahmen der aktuellen Ausstellung deutschsprachiger Comics im Kyoto International Manga Museum und eine Podiumsdiskussion aller drei Künstler unter Leitung von Prof. Jaqueline Berndt mit anschließendem Comic-Workshop.
(Die auf japanisch und englisch gehaltene Podiumsdiskussion kann im YouTube-Kanal des Manga-Museums abgerufen werden.)
Der wichtigste Programmpunkt war allerdings das Erstellen der Finalfolge, die alle drei Künstler auf demselben Papier gezeichnet haben – eine Art Echo auf die Vertragsunterzeichnung zwischen Preußen und dem Shogunat vor 150 Jahren.
Nach diversen Ausstellungen in Japan und Deutschland (Art Fair Tokyo, Japan Media Arts Festival im Dortmunder U, “Ferne Gefährten” in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen) und 36 wöchentlichen Episoden findet Nichimandoku damit sein Ende.
Ein respektvolles Otsukarasama gilt Matsuoka Waka und Christina Plaka sowie der Projektkoordinatorin Jaqueline Berndt, und großer Dank gebührt den Mitarbeitern des Goethe-Instituts Tokyo, die trotz und wegen Erdbeben, Strahlenangst und Evakuierung an Nichimandoku festgehalten haben.
Gerade erschienen: das große DUMMY-Buch.
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Ein 500-Seiten-Wälzer mit den besten Geschichten, Fotoreportagen und auch Comic-Beiträgen aus den letzten 30 Ausgaben des Gesellschaftsmagazins.
Mit Comics von Oliver Grajewski, Ulli Lust, Kai Pfeiffer und mir.
Hier ein Interview über Nichimandoku, das Sven Waskönig mit mir für das ARTE Journal geführt hat.

Nachdem Matsuoka Waka letzte Woche die Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi von japanischer Seite betrachtet hat, heute der Versuch einer Reaktion.
Unten die deutsche Übersetzung des Textes, zu lesen von rechts nach links und von oben nach unten.
So steht es heute auf dem Transparent der aktuellen Episode von Nichimandoku, dem deutsch-japanischen Comicdialog.
Aufgrund der verheerenden Naturkatastrophe und unberechenbaren atomaren Tragödie in Japan ist das Goethe-Institut in dieser Woche geschlossen, die meisten Mitarbeiter befinden sich wieder in Deutschland.
Trotzdem arbeiten wir daran, den wöchentlichen Rhythmus beizubehalten und Nichimandoku nicht zuletzt als Dokument dieser für Japan so schweren Zeit zu verwenden: Matsuoka Waka wird Anfang nächster Woche von ihrem Erleben, dem aktuellen Stand sowie der japanischen Anti-AKW-Bewegung berichten (sie selbst stammt aus Hiroshima).

Genau heute vor 150 Jahren: Preußen und Japan unterzeichnen einen “Handels- und Freundschaftsvertrag” im damaligen Edo – ein Schritt, der in diesem Jahr als erster diplomatischer Kontakt zwischen Deutschland und Japan gefeiert wird.
Zu den Feierlichkeiten zählt auch Nichimandoku. Hinter diesem Kunstwort (ein Portmanteau aus den japanischen Begriffen “nichi” = Japan, “man” = Manga und “doku” = Deutschland) verbirgt sich ein Comicprojekt, das die Kontaktaufnahme in Comicform reinszenieren soll: als wöchentlicher, gezeichneter Briefwechsel zwischen mir, der japanischen Shōjo-Mangaka Matsuoka Waka und etwas später auch der Germangaka Christina Plaka.
Auf einem vom Goethe-Institut Tokyo betreuten Blog wird dabei jede Woche eine neue Doppelseite hochgeladen – vornehmlich allerdings auf japanisch, für deutsche Leser gibt es nur eine kurze Rohübersetzung.
Das Goethe-Institut dazu:
Ohne sich persönlich zu kennen kommunizieren die Künstler und schildern Alltagsprobleme, wägen kulturelle Fremd- und Selbstbilder ab, und thematisieren die deutsch-japanischen Beziehungen der vergangenen 150 Jahre und das entsprechende Un/Wissen darüber.
Auch der Kulturbegriff selbst, der in Zeiten von Globalisierung und Internet zunehmend territoriale und nationalstaatliche Grenzen ignoriert, soll eine Rolle spielen.
Im Herbst werde ich dann voraussichtlich zu einem Workshop nach Kyoto fliegen, dort auf Matsuoka-san und Christina treffen und mit ihnen gemeinsam die letzte Doppelseite von Nichimandoku zeichnen.
Hier geht es aber erstmal zum allerersten Eintrag.
In der mittlerweile erschienenen Frühjahrsvorschau des Ventil Verlags findet sich auch die Ankündigung des von Daniela Seel und mir übersetzten Bohnenwelt-Comics, inklusive einer Empfehlung von Dietmar Dath:
Bevor ich durchs Comicfenster in die Bohnenwelt gucken durfte, ging mir Ökologie am Gewissen vorbei. Warum soll irgendwer Bäume, Wiesen, Pfützen bewahren oder retten wollen? Larry Marders Helden und Spacken aber, vom kunstsinnigen Bohnerich bis zur vollverdrehten Professorin Garbanzo, und deren herzkitzelnder, wahndurchzuckter Kosmos zwischen Kau’Schmaus’Pool und sprichwörtlichem Sandstrand haben mir die Augen geöffnet: Wahre Wunder, die das Leben erst bohnig machen, gibt es überall. Jedenfalls in diesem Buch.
Hier die gesamte Ankündigung als pdf, hier als Grafik:
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